Stellungnahme zur humanitären Katastrophe in Gaza

Das Schweizerische Arbeiterhilfswerk (SAH) ist zutiefst erschüttert über die dramatische humanitäre Lage im Gazastreifen. Seit Beginn der Kampfhandlungen wurden mehrere zehntausend Menschen getötet – der Grossteil davon waren Zivilist*innen, darunter Tausende Kinder. Mehr als 80 % der Bevölkerung sind auf der Flucht, während der Zugang zu Nahrung, Trinkwasser und medizinischer Versorgung fast vollständig zusammengebrochen ist (OCHA, Mai 2025).

Als Organisation mit langjähriger Erfahrung in der Betreuung geflüchteter Menschen in der Schweiz sehen wir uns in der Pflicht, unsere Stimme insbesondere für die besonders Schutzbedürftigen zu erheben. Dazu zählen Kinder, unbegleitete Minderjährige, traumatisierte Personen, Menschen mit Behinderungen und Kranke. Sie benötigen dringend Schutz, Versorgung und Zukunftsperspektiven vor Ort.

Wir fordern deshalb:

    1. Humanitäre Soforthilfe ausbauen

      Die Schweiz muss ihre Unterstützung für Organisationen wie das UNO-Hilfswerk für Palästinaflüchtlinge (UNRWA), das Welternährungsprogramm (WFP), das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) oder lokale Partner deutlich erhöhen – finanziell, logistisch und diplomatisch.

    2. Schutz besonders gefährdeter Personen – ohne Vertreibung zu normalisieren

      Akut bedrohte Menschen, etwa schwer verletzte Kinder oder Kranke, benötigen temporären Schutz. Die Schweiz soll gezielt humanitäre Aufnahmeprogramme schaffen. Dabei ist zentral, dass die Menschen nicht vertrieben werden, sondern in Gaza sicher und würdevoll leben können. Hilfe vor Ort bleibt prioritär.

    3. Klares politisches Engagement

      Als Depositarstaat der Genfer Konventionen muss die Schweiz ihre Stimme stärker für die Einhaltung des humanitären Völkerrechts erheben. Wir fordern ein klares Bekenntnis zu einem sofortigen Waffenstillstand, zum Schutz der Zivilbevölkerung und zu einer nachhaltigen Friedenslösung.

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