Wir sind nach Genf gereist, um das innovative Projekt «Le numérique au quotidien» («Digital im Alltag») kennenzulernen, ein Angebot, das aus einer vorbildlichen Zusammenarbeit zwischen dem Hospice général (Genfer Sozialhilfe) und dem OSEO Genève hervorgegangen ist und Menschen bei den Herausforderungen der Digitalisierung begleiten soll.
Das Programm richtet sich in erster Linie an Personen mit Migrationshintergrund und an Sozialhilfebeziehende. Es beginnt mit einem Online-Test in der Muttersprache der Teilnehmer*innen, mit dem ihre digitalen Kompetenzen bewertet werden können.
- Nutzung von Smartphone-Apps
- Online-Behördengänge
- Textverarbeitung mit Word
- Versenden von E-Mails
- Nutzung sozialer Netzwerke usw.
Je nach Ergebnis werden die Teilnehmenden in geeignete Workshops vermittelt, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind und in ihrer jeweiligen Muttersprache angeboten werden.
Selbstständig Kompetenzen entwickeln
Neben den Schulungen bietet das Programm auch offene digitale Sprechstunden an. Diese können ohne Anmeldung besucht werden. Die Teilnehmer*innen können dort Computer frei nutzen und werden von geschultem Personal begleitet. So können sie das Gelernte in die Praxis umsetzen und Selbstständigkeit gewinnen.
Der Test kann zu verschiedenen Zeitpunkten der Begleitung durchgeführt werden. Dadurch entsteht ein wertvolles Instrument für Sozialarbeiter*innen und Arbeitsvermittler*innen, die so Fortschritte besser nachvollziehen, anhaltende Bedürfnisse erkennen und effizienter arbeiten können. Darüber hinaus ermöglicht die Analyse der Daten durch das Programm eine Anpassung der Workshops und eine gezielte Ausrichtung auf den tatsächlichen Bedarf der Teilnehmenden.
Ein Erfolg, der alle Erwartungen übertrifft
Der Erfolg des Projekts hat die ursprünglichen Erwartungen übertroffen: Bald könnten neue Räume für digitale Anlaufstellen entstehen!
In einer Welt, in der die Digitalisierung immer schneller voranschreitet, ist die Überwindung der digitalen Kluft eine entscheidende Voraussetzung für die soziale Inklusion. Der digitale Analphabetismus – also die Schwierigkeit, einfache Aufgaben online zu erledigen – betrifft nicht nur Menschen in prekären Lebensverhältnissen. Laut dem Digitalbarometer 2024 ist fast ein Drittel der Schweizer Bevölkerung davon betroffen.
Deshalb stehen die vom OSEO Genève und der Stadt Genf im Rahmen der digitalen Sprechstunden angebotenen Workshops und Konferenzen allen offen.
Ein Ansatz mit Vorbildwirkung
Wenn sich ein Projekt als nützlich und sinnvoll erweist, werden auch andere SAH-Regionalvereine darauf aufmerksam. Die in Genf gesammelten Erfahrungen könnten somit als Modell für ähnliche Programme in anderen Regionen dienen, zumal das Konzept «Digitales im Alltag» ohne Weiteres angepasst werden kann.
Wir danken dem OSEO Genève und seinen Mitarbeiter*innen für die Zeit, die sie den Besuchen des nationalen Sekretariats und den interessierten SAH-Regionalvereinen gewidmet haben.











