Nach sieben Jahren an der Spitze des Nationalen Sekretariats des SAH hat Caroline Morel den Verein verlassen, um sich einer neuen beruflichen Herausforderung anzunehmen. Sie wird die Leitung des Dachverbands Wohnbaugenossenschaften Schweiz in Zürich übernehmen.
❤️ Das Team vom SAH Schweiz dankt ihr herzlich für ihr Engagement in all den Jahren sowie für ihre Hilfsbereitschaft, ihr Wohlwollen und ihre gute Laune, die die tägliche Zusammenarbeit geprägt haben. Wir wünschen ihr alles Gute für diesen neuen beruflichen Abschnitt, der sie auch näher an ihre Wurzeln bringt.
1. Du hast das Nationales Sekretariat sieben Jahre geleitet. Was hat dich dazu bewogen, dich zu engagieren und in der Organisation zu bleiben?
Nach vielen spannenden und intensiven Jahren in der Entwicklungszusammenarbeit, in denen ich 15 Jahre lang die NGO SWISSAID geleitet hatte, kam ich zum SAH. Das SAH kannte ich bereits aus früheren Zeiten, ebenso wie Solidar Suisse. Mir gefielen immer die politische Haltung und das Engagement der Organisation. Es reizte mich, die Bereiche soziale und berufliche Integration in der Schweiz besser kennenzulernen und mich dafür einzusetzen, dass sich die politischen Rahmenbedingungen verbessern. Die vergangenen sieben Jahre waren äusserst wertvoll: Ich habe viel gelernt und konnte gemeinsam mit meinen Kolleg*innen einiges bewegen.
2. Was waren die grössten Herausforderungen, denen du dich stellen musstest?
Schon ein Jahr nach meinem Start beim SAH kam die Corona-Pandemie und brachte grosse Herausforderungen für uns alle mit sich. Wir erlebten zum ersten Mal einen Lockdown, und die Zukunft war plötzlich sehr ungewiss. Gleichzeitig war es eine intensive und engagierte Zeit: Wir starteten ein Nothilfe-Programm und verschenkten beispielsweise Computer für das Home-Schooling an Familien, die keine hatten. Ich koordinierte den Antrag an die Glückskette. Vieles war chaotisch und arbeitsintensiv. Umso schöner war es, dass es gelang und wir konkret helfen konnten.
3. Wie hat sich das SAH deiner Meinung nach im Laufe der Jahre entwickelt, und worauf bist du heute besonders stolz?
Besonders stolz bin ich darauf, dass wir gleich zu Beginn meiner Tätigkeit die Kommunikation deutlich weiterentwickelt und professionalisiert haben – von der Website und dem Jahresbericht bis hin zu Newsletter und Social Media. Dies ist dank dem grossen Engagement und Fachwissen meiner kompetenten Mitarbeiterinnen gelungen, und wir entwickeln diese Arbeit laufend weiter.
Später konnten wir uns auch fachlich und thematisch stärker profilieren, insbesondere zu den Themen «Künstliche Intelligenz (KI) in der Arbeitswelt» und «Digitale Grundkompetenzen». Mit einer Fachveranstaltung im Jahr 2024 und verschiedenen Positionspapieren haben wir wichtige gesellschaftliche Entwicklungen früh aufgegriffen und unsere Perspektive in die Debatte eingebracht.
4. Das SAH feiert dieses Jahr sein 90-jähriges Bestehen, und du wirst dabei sein, um mit uns zu feiern. Was wünschst du uns für die Zukunft?
Ich wünsche mir, dass das SAH seinen Werten treu bleibt, die Menschen in den Mittelpunkt stellt und ihre Bedürfnisse ernst nimmt. Dabei ist der Empowerment-Ansatz zentral: Menschen sollen befähigt werden, ihren Weg aus schwierigen Situationen selbstbestimmt zu gehen. Das SAH hat viele innovative Projekte, beispielsweise zur Verbesserung der digitalen Grundkompetenzen, die es weiterentwickeln und verbreiten sollte. Gleichzeitig wünsche ich mir, dass es sich auch künftig politisch engagiert und gut mit zentralen Dachorganisationen wie der Schweizerischen Flüchtlingshilfe und Arbeitsintegration Schweiz vernetzt bleibt.
5. Kannst du uns von einer wertvollen Erinnerung erzählen, sei es eine Begegnung, ein Projekt oder ein prägendes Ereignis?
Besonders eindrücklich sind für mich die Begegnungen mit Teilnehmenden aus den Angeboten der SAH-Regionalvereine. Ein Beispiel sind die kostenlosen Jobcoachings für Jugendliche, wie sie etwa von SOS Ticino und dem SAH Schaffhausen angeboten werden. Es berührt mich immer wieder, zu sehen, wie junge Menschen, die mit den unterschiedlichsten Schwierigkeiten zu kämpfen hatten, dank Unterstützung ihren Weg finden. Wenn sie dann vor einem grossen Publikum auftreten und von ihren Erfahrungen erzählen, ist das unglaublich beeindruckend und zeigt, was möglich wird, wenn Menschen echte Chancen erhalten.
6. Wir wissen, dass du sehr sportlich bist. Was sind deine anderen Leidenschaften?
Neben sportlichen Aktivitäten interessiere ich mich zum Beispiel sehr für zeitgenössische Kunst. Über Auffahrt habe ich mit meiner Schwester die Biennale in Venedig besucht. Das war ein inspirierendes Erlebnis, das ich sehr empfehlen kann.
7. Und schliesslich: Was bedeutet dieser neue Lebensabschnitt für dich?
Ich habe noch einige Berufsjahre vor mir und freue mich sehr darauf, neu die Leitung des Dachverbands Wohnbaugenossenschaften Schweiz zu übernehmen. In Zeiten der Wohnungsnot ist es besonders wichtig, gemeinnützige und selbstbestimmte Wohnformen zu stärken. Neben Führungs- und Verbandsaufgaben werden wir uns prioritär politisch dafür einsetzen, die Rahmenbedingungen für das gemeinnützige Wohnen zu verbessern. Damit bleibe ich einem Tätigkeitsfeld treu, in dem soziale Teilhabe und gute politische Rahmenbedingungen zentral sind.